Wohn-Riester / Bauspar-Riester

Seit 2008 greift das "Wohn-Riester-Gesetz" (Eigenheimrentengesetz). Der Förderberechtigte eines Riester-Vertrages (kann auch ein Bauspar-Riestervertrag sein) kann die geförderte Altersversorgung zum Bau eines Eigenheims, zum Kauf einer Immobilie oder zum Erwerb eines lebenslangen Dauerwohnrechts verwenden.

Die Funktionsweise eines Wohnriestervertrags über die Bausparkassen gleicht zuerst der eines Bausparvertrages. Die staatliche Förderung fließt noch zusätzlich sowohl in die Ansparleistung als auch in die Tilgungsleistung ein. Dies ermöglicht einen geringeren monatlichen Sparbeitrag und eine kürzere Tilgungsdauer.


Riesterförderung

Förderberechtigter Personenkreis

 Zum Kreis der unmittelbar förderberechtigten Personen gehören alle, die

  1. Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen:
    1. Arbeitnehmer mit versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis
    2. Auszubildende
    3. Rentenversicherungspflichtige Selbständige (z.B. Handwerker)
    4. Kindererziehende für die Dauer der Kindererziehungszeit (3 Jahre)
    5. Wehr- und Zivildienstleistende
    6. Geringfügig Beschäftigte, wenn sie auf die Versicherungsfreiheit verzichtet haben
  2. Landwirte
  3. Beamte, Richter, Berufssoldaten
  4. Bezieher von Arbeitslosengeld I und II
  5. Ehepartner von förderberechtigten Personen, die nicht selbst förderberechtigt sind, können zusätzlich zum förderberechtigten Personenkreis gehören.

 

Was wird gefördert?

 Gefördert werden:

  • eine Wohnung in einem eigenen Haus (auch wenn sich die Wohnung im eigenen Mehrfamilienhaus befindet)
  • eine eigene Eigentumswohnung
  • eine Genossenschaftswohnung einer in das Genossenschaftsregister eingetragenen Genossenschaft
  • ein eigentumsähnliches oder lebenslanges Dauerwohnrecht,

wenn diese Wohnung vom Zulageberechtigten selbst genutzt wird, die Hauptwohnung oder den Mittelpunkt der Lebensinteressen des Zulageberechtigten darstellt und in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem Staat, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR Abkommen) anwendbar ist, liegt.

Nicht begünstigt sind Ferien- oder Wochenendwohnungen.

Förderansätze

Das Eigenheimrentenmodell besteht aus zwei Förderansätzen:

  • Wer einen Riestervertrag hat, kann sein gesamtes angespartes und steuerlich gefördertes Kapital unmittelbar für den Kauf, bzw. Bau einer Wohnung oder Tilgung der zur Finanzierung aufgenommenen Darlehen verwenden. Eine Pflicht zur Rückzahlung des entnommenen Betrags besteht nicht. Die Entnahme muss seit dem Veranlagungszeitraum 2014 nicht mehr in einem unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit der Anschaffung der Wohnung stehen.
  • Zum anderen werden Aufwendungen zur Tilgung eines Darlehens für die Anschaffung oder Herstellung einer Wohnung wie Beiträge zu einem Riester-Sparvertrag gefördert.
    Es gibt drei mögliche Formen von begünstigten Darlehensverträgen:
    • Annuitätendarlehen
    • eine Kombination aus einem Sparvertrag mit einer Darlehensoption (typischerweise ein Bausparvertrag)
    • ein Vorfinanzierungsdarlehen (typischerweise ein Bausparkombivertrag)

Riesterzulagen

 Ab dem Jahr 2008 kann man folgende Zulagen erhalten:

  • Grundzulage - jährlich bis zu 154 EUR
  • Kinderzulage - jährlich bis zu 185 EUR (bis 2007 geborene Kinder)
  • für Kinder ab 2008 geboren - jährlich bis zu 300 EUR

Der Zulagenanspruch ist einkommensunabhängig.
Wenn der Mindesteigenbeitrag nicht eingezahlt wird, erfolgt eine verhältnimäßige Kürzung. Eine Nachholmöglichkeit des gekürzten Bonus in späteren Beitragsjahren gibt es nicht.

Bonus: Junge Einsteiger, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, erhalten einmalig eine Extra-Zulage von 200 Euro, die automatisch bei Beantragung der Altersvorsorgezulage gewährt wird.

 

Förderschädliche Verwendung

 Zulagen und Steuervorteile sind zurückzuzahlen, bei

  • Kündigung des Riester-Vertrages, es sei denn, das vorhandene Kapital wird auf einen anderen (anbieterunabhängigen) Tarif übertragen
  • Tod des Anspruchsberechtigten vor Rentenbeginn (Ausschließlich der Ehepartner kann, sofern er einen eigenen Riester-Vertrag hat, das vollständige Vertragsguthaben des Verstorbenen übernehmen, Kinder oder andere nahe Verwandte jedoch nicht)
  • Beleihung des Riester-Vertrages zum Erwerb von Wohneigentum und fehlender Rückzahlung
  • schädlicher Verwendung (Autokauf und sonstiges)
  • Beendigung der unbeschränkten Einkommensteuerpflicht in Deutschland. Eine Stundung bis zum Beginn der Rentenzahlung und dann wiederum eine Tilgung i. H. v. 15 % der Rente kann vereinbart werden. Das geht solange, bis die staatliche Förderung zurückgezahlt ist

Bei Ruhenlassen des Vertrages ohne Auszahlung des Guthabens muss die Förderung nicht zurückgezahlt werden.

Beantragung der Förderung

Der Riestersparer stellt den Zulagenantrag über die Gesellschaft, bei dem er den Sparvertrag abgeschlossen hat. Diese informiert in elektronischer Form die ZfA darüber.


Steuerliche Behandlung / Wohnförderkonto

Bauspar - Riester als auch alle anderen Riester - Produkte sind in der Ansparzeit steuerfrei. Dies gilt auch für die Zulagen.

Mit Beginn der Rentenzahlung werden geförderte Spar- und Tilgungssummen nachgelagert besteuert. Dies ist jedoch dennoch meist günstiger, weil der persönliche Steuersatz im Ruhestand deutlich unter dem Steuersatz zur Zeit der aktiven Berufstätigkeit liegt.

"Wohnförderkonto"

Bei der allgemeinen Riesterrente setzt die Besteuerung mit der Rentenzahlung ein. Bei Wohn - Riester ist dies jedoch schwierig, da es oftmals zu keiner Verrentung kommt (da ja schon Tilgungen vor der Verrentung stattgefunden haben). Aus diesem Grunde wird ein fiktives "Wohnförderkonto" angelegt. Auf diesem Konto wird der Betrag der staatlich geförderten Tilgungsleistungen und die Zulagen am Ende des Jahres um 2% erhöht. Am Ende der Auszahlungsphase ist der fiktiv angesammelte Betrag zu versteuern.

Der Geförderte kann aber nun entscheiden, die Besteuerung jährlich oder in einer Summe vorzunehmen. Bei der jährlichen Besteuerung ist das auf dem Wohnförderkonto errechnete Kapital bis zum 85. Lebensjahr des Geförderten gleichmäßig zu verteilen und der Teilbetrag zu versteuern. Wählt der Geförderte eine einmalige Besteuerung, so sind nur 70% des fiktiven Gesamtbetrages zu versteuern.


Altersvorsorgewirksame Leistungen (AVWL)

Allgemeines zur AVWL

Die Altersvorsorgewirksame Leistung (AVWL) ist eine tarifvertraglich oder per Arbeitsvertrag vereinbarte Leistung des Arbeitgebers. Sie ist eine Weiterentwicklung der vermögenswirksamen Leistungen.

Die AVWL ist eine Geldleistung des Arbeitgebers zum Aufbau einer zusätzlichen privaten oder betrieblichen Altersversorgung für den Beschäftigten.

Die zweckgebundenen Leistungen zur Altersvorsorge ersetzen dabei die bisherigen vermögenswirksamen Leistungen. Hintergrund ist der am 1. Oktober 2006 in Kraft getretene Tarifvertrag über die altersvorsorgewirksamen Leistungen zwischen den Tarifvertragsparteien IG Metall und Gesamtmetall.

Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie erhalten vom Arbeitgeber eine jährliche Geldleistung (aktueller Stand bitte anfragen). Dieses Geld fließt entweder in eine förderfähige private Altersvorsorge oder in eine Altersvorsorgezusage des Arbeitgebers. Die Barauszahlung ist ausgeschlossen. Je nach Anlageform gewährt der Staat unterschiedliche Vergünstigungen.

Anlagearten der AVWL

  • Private Altersvorsorge:
    Der Arbeitgeber zahlt Beiträge für eine vom Arbeitnehmer abgeschlossene Riester-Rente. Der Arbeitnehmer kann die Beitragszahlung freiwillig erhöhen, um die maximale staatliche Förderung zu erhalten.
  • Entgeltumwandlung:
    Teile des Arbeitslohns werden für eine betriebliche Altersvorsorge verwendet und nicht ausbezahlt. Für diese Beiträge müssen keine Steuern und Sozialversicherungsbeiträge bezahlt werden. Diese werden in der Rentenphase fällig.

Alles über Bauspar-Riester (Wohnriester)

Bausparriester.pdf

FAQ Wohnriester

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